Die Anfänge der L’Osteria

L'Osteria Nürnberg Pirckheimerstraße Gesamtansicht des Restaurants

Stell dir einfach mal vor – Du gehst zu einer Bank deiner Wahl und präsentierst dem Bankberater folgenden Satz: „Ich möchte dieses eine italienische Restaurant kaufen, in dem ich selber so gerne bin. Der Laden läuft. Er ist jeden Abend voll! Dort gibt es riesige Pizza und super Pasta! Umsatzzahlen? Damit kann ich leider nicht dienen. Die haben da keine Kasse und Salvatore, der sich eigentlich immer um´s Geld gekümmert hat, ist verschwunden. Die anderen glauben, er hätte den Einbruch vorletzte Woche eingefädelt.“ Wie glaubst du, wird dein Bankberater reagieren? Damals, im Jahr 1999, im beschaulichen Nürnberg, hat der Bankberater angefangen lauthals zu lachen…

In der Pirckheimerstr. in Nürnberg gab es vor mehr als 15 Jahren einen kleinen Italiener, in dem es zuging wie im Film: Der kleine Laden war jeden Abend total überfüllt – zwölf hungrige Gäste an einem Tisch für acht Personen, der Rest, der keinen Platz bekommen hatte, stand einfach auf dem Gang. Die Küche dieses legendären Italieners lag im Keller, der vom Restaurant aus nicht direkt zugänglich war. Die Bestellzettel wurden also gesammelt, aus dem Restaurant hinausgetragen und von aussen durchs Kellerfenster geworfen. Kein Wunder also, dass nur ein Drittel der Bestellungen bei den richtigen Personen landeten. Die anderen assen einfach die Pizza, die ihnen serviert wurde, die sie aber nie bestellt hatten. Beschwerden gab es deswegen nie. Genauso legendär wie die Grösse der Pizzen, war auch der Rausch, mit dem man das Lokal verliess.

Auf jedem Tisch stand eine Weinflasche, der aktuelle Füllstand wurde mit einem Strich markiert. Beim Zahlen wurde mit einer Art Speziallineal „gemessen“, wie viel man für den Wein zahlen muss. Serviert wurde der Wein nicht in den klassischen Gläsern mit Stiel, sondern in einfachen „Wassergläsern“. Es gab weder eine Speisekarte, noch eine Kasse. Aber es gab schon damals die beste beste Pizza und Pasta d’amore. Und aus den Boxen dröhnte eine vogelwilde Mischung aus brasilianischem Samba, Bossa Nova und Tex Mex, dazu kam noch eine Prise 80er Italopop und italienische Oper.

Und eben dieser liebevoll chaotische und quirlige, leidenschaftliche Laden war das Lieblingslokal von Friedemann und Klaus, welches plötzlich verkauft werden sollte… Womit wir wieder beim Anfang dieser Geschichte wären.